Artikel-Schlagworte: „Markieren“
Die kätzische Visitenkarte
Jedes Katzenrevier, ob drinnen oder draußen, hat sichtbare und riechbare Grenzen. Für uns Dosenöffner aber nicht, da unsere Nase draussen in der Natur nicht empfindlich genug ist. Die Revierkatze frischt regelmäßig die Grenzenmarkierungen auf, damit alle wichtigen Informationen für vorbeikommende Katzen auf dem aktuellesten Stand sind und die Grenzen nicht durch das Markieren einer anderen Katze verschoben werden.
Die riechbaren Grenzen eines Katzenreviers geben vorbeikommenden Katzen Auskunft über die Revierkatze, wie Geschlecht, Alter und Anwesenheit im Revier.
Katzen markieren nicht nur mit Urin, sondern auch mit Kot und Kratzen. Kratzen ist nicht nur wichtig für die Krallenpflege, sondern zeigt auch die sichtbaren Grenzen des Katzenreviers. Daher ist die „richtige“ Plazierung von verschiedenen Kratzmöglichkeiten, wie Kratzbaum, Kratzecke etc., in der Wohnung sehr wichtig und sollte in „Zusammenarbeit“ mit der Katze erfolgen. Auch Kot, der z.B. im Garten an bestimmten Stellen zu finden ist, ist eine Reviermarkierung.
Sowohl Kater als auch Katzen markieren! Kastrierte Katzen markieren weniger und oft ohne Urinspritzer im Gegensatz zu unkastrierte Katzen. Die Katze steht dabei mit dem Hinterteil zu dem meisten senkrechten zu markierenden Objekt, der Schwanz fängt an zu zittern und Urin wird gespritzt. Es kommt auch vor, dass die Katze mit den Hinterpfoten anfängt auf der Stelle zu trippeln. Nach erfolgter Markierung wird die gesetzte Duftnote meist noch schnell abgeschnuppert.
Das Markieren der Reviergrenzen, ein für die Katze artgerechtes Verhalten, ist im Zusammenleben mit uns Doseneöffnern in der Wohnung ein wenig erwünschtes Verhalten. Denn nicht nur vorbeikommende Katzen nehmen den Uringeruch wahr, sondern auch die menschliche Nase, denn in der Wohnung konzentrieren sich die Gerüche.
Ganz wichtig ist, dass die markierten Stellen geruchsfrei gereinigt werden, denn die im Katzenurin enthaltenen Bakterien sind der Geruchsauslöser. Zur Reinigung markierter Stellen sollten keine Reiniger benutzt werden, die Ammoniak enthalten, da Ammoniak dem Katzenurin geruchlich sehr nahe kommt und die Katze durchaus zum wiederholten Markieren „verführen“ kann.
Sind die markierten Stellen gereinigt, sollten die beliebtesten Stellen mit einem Pheromonspray (wie z.B. Felifriend) besprüht werden. Das Pheromonspray vermittelt der Katzen ein Wohlfühlgefühl, das erneutes Markieren als nicht notwendig erscheint. Außerdem können auch kleine, vorübergehende „Sperren“ helfen, die Katzen von den beliebtesten Stellen abzuhalten.
So eine „Sperre“ läßt sich schnell und einfach aus Pappe und doppelseitigem Klebeband bauen. Katzen meiden Stellen, an denen ihre Pfötchen auf Klebeband treten.
Unsauberkeit bei Katzen
Unsauberkeit ist eine der häufigsten auftretenden Verhaltsauffälligkeit bei Katzen. Auslöser dieser Verhaltenauffälligkeit können chronische Angstzustände, Panik, Phobie, Hyperaktivität, Depression, erhöhte Aggression sowie soziale Störungen sein.
Zu unterscheiden ist aber zwischen Unsauberkeit, d.h. Harnen und Koten an nicht voraussehbaren oder immer den gleichen Stellen, sichtbar oder versteckt, und Markieren, d.h. Harn wird auf wenige, meist senkrechte Objekte (z.B. Wand, Schrank, Heizkörper), persönliche Gegenstände des Halters oder neue Objekte in der Wohnung gespritzt.
Eine Katze wird nicht aus Bosheit oder um ihren Halter zu ärgern unsauber, denn Katzen haben diese menschlichen Eigenschaften nicht. Es ist der Mensch, der die Katze damit vermenschlicht.
Ursachen für Unsauberkeit kann z.B. eine Blasenentzündung sein, aber auch das Alter der Katze, eine unsaubere Katzentoilette, ein falscher Standplatz der Katzentoilette, Störungen im gewohnten Tagesablauf wie Umzug, Handwerker, neue Möbel, neues Haustier, Eifersucht oder Vereinsamung sein, wenn der Katzenhalter die Katze zu oft und zu lange allein lässt.
Zur Behebung der Unsauberkeit kann es u.a. ausreichen eine weitere Katzentoilette aufzustellen, den Standplatz der Katzentoilette zu wechseln, der Katze mehr Aufmerksamkeit entgegenzubringen und häufig mit ihr zu spielen, ihr helfen sich mit den veränderten Gegebenheiten auseinander zu setzen.
Eine Katze darf aber NIE für ihre Unsauberkeit bestraft werden! Auf gar keinen Fall die Katze mit der Nase in ihren eigenen Urin oder an den Kot drücken. Katzen können die Strafe nicht mit ihrem auffälligem Verhalten in Verbindung bringen und kriegen eher Angst und verlieren das Vertrauen in ihren Halter, wodurch die Unsauberkeit noch verstärkt statt unterbunden wird.
Positives Bestärken dagegen zeigt der Katze, das sie ihr auffälliges Verhalten ablegen soll. Loben Sie Ihre Katze, wenn sie die Katzentoilette benutzt hat und streicheln Sie sie, wenn sie die Katzentoilette verlassen hat. Mit positivem Bestärken kann mehr erreicht werden als mit Strafe.



